Diese Gedanken…sie sind so vielfältig.

Sie sind mächtig, sie sind harmlos, sie sind neutral.

Sie können uns unglaublich nützlich sein, sie können aber auch grossen Schaden anrichten.

Sie sind verknüpft mit Emotionen. Mit Körperempfindungen auch.

Sie tauchen auf aus dem Nichts. Und verschwinden dann wieder. Sie haben eine Form. Oder sind sie linear?

Manche erscheinen gross. Andere sind klein. Und schlüpfrig.

Sie erzählen Geschichten – gute und böse – meistens sehr glaubhaft.

Können Gedanken Stress auslösen? Oder löst Stress bestimmte Gedanken aus?

Diese Gedanken sind wirklich eine Faszination für sich. Wahrlich ein ganzer Gedankenfirlefanz, der da in unserem Kopf umherschwirrt.

Und ich liebe es, diesen zu erforschen.

Und warum „ich bin mehr als mein Gedankenfirlefanz“ mein Motto wurde, erfahrt ihr hier:

***

Motto? Ich doch nicht. 

Eigentlich habe ich mich immer ein bisschen schwer mit persönlichen Mottos getan. Irgendwie fand ich den Zugang dazu nicht. Schon während meiner Zeit als Sportlerin, als ich nach meinem Lebensmotto gefragt wurde, war in meinem Kopf nichts als Leere. Mir fiel einfach nichts Passendes ein. 

Doch wenn ich ein Motto sah, das eine Person so treffend umschrieb, dachte ich immer: “Wow, das ist genau sie (oder er).”

Und so wagte ich mich doch an den Gedanken ran, dass ich eigentlich auch gerne ein Motto haben möchte. Eins, dass wirklich zu mir passt. 

Wie ist das Motto entstanden

Schliesslich las ich aus Neugierde einen Blogartikel von meiner wunderbaren Kollegin Viola Heller, Veränderungsexpertin und Online Coach, über ihren Weg in die Selbstständigkeit. Dieser hat mein Interesse geweckt, denn ich hatte Viola, kurz bevor sie sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit machte, kennengelernt. In diesem Artikel erwähnte Viola einige Experten, die sie auf diesem Weg unterstützte.

Unter anderem Judith Peters von Sympatexter, die sich mit allem rund um das Thema „Schreiben“ beschäftigt. Und da sah ich es – die Claimentwicklung. Eine 1-stündige Ideenfusion mit Judith, in der wir Ideen Ping-Pong spielten. Kombiniert mit den richtigen Fragestellungen von Judith. Einfach herrlich! Und bereits nach dieser Stunde stand für mich mein Motto fest. Noch einmal darüber geschlafen und dann war er auch schon auf meiner Website zu sehen. 🙂

Was steckt dahinter

Und erst in der Ideenfusion mit Judith, erfasste ich die Tragweite der eigenen Persönlichkeit, die in so einem Motto stecken kann. Ein paar Attribute möchte ich nennen:

Das Motto hat etwas Verspieltes, denn ich liebe es, an die Dinge spielerisch heranzugehen. Das spielerische Element stand bereits in meiner Kindheit im Fokus. Deswegen auch der grosse Hang zu Ball- und Spielsportarten.

Das Motto birgt Tiefe. Mir genügt es oftmals nicht, sich mit dem Offensichtlichen zufrieden zugeben, sondern einen Blick dahinter zu werfen. Insbesondere, wenn es um die eigenen Gedanken und Gefühle geht.

Das Motto drückt ein tiefes Vertrauen aus. Und zwar, dass wir mehr sind als nur unsere Gedanken. Gedanken können zwar ganz wertvoll für unser Handeln sein, aber auch zerstörerisch wirken. Zu wissen, dass ich mehr als meine Gedanken bin, gibt mir mehr Vertrauen in meine Existenz.

Das Motto zeugt von Neugierde. Ich möchte wirklich herauszufinden, was das eigentliche Thema hinter dem Gedankenfirlefanz ist. Oftmals verbergen sich dahinter eingeprägte Muster. Oder Annahmen, die uns in unserem Handeln blockieren. Wenn wir diese mit Offenheit begegnen, eröffnen sich völlig neue Horizonte.

Was drückt es aus

Und schliesslich zeigt sich auch in diesem Motto viel der Intention meiner Arbeit wieder. Denn mein Anliegen ist es, andere dabei zu begleiten, selbst zu erfahren, dass sie mehr als ihr eigener Gedankenfirlefanz sind. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Insbesondere, wenn wir in der eigenen Stressspirale festhängen und aus dem Hamsterrad nicht mehr herauskommen. Oftmals macht sich dann ein Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht breit.

Ich möchte, dass jeder eigenständig einen Blick hinter die eigene Schauspielkulisse wirft. Und durch das unabhängige Explorieren der eigenen Gedanken und Gefühle Zugang zu dem bekommt, was jetzt in dieser Situation wichtig ist. Ohne dabei grossartig Tipps und Empfehlungen von aussen zu erhalten. Denn der menschliche Verstand ist phantastisch. Seine Fähigkeit zu frischem, unabhängigen Denken ist einfach verblüffend. Oftmals kommt er von ganz allein auf die Lösung. Alles, was er braucht, ist ein Denkraum zu bekommen, der es ermöglich, eigene Gedankenräume auszuleuchten. 

Dabei bin ich über ein Zitat gestolpert, dass mich tief berührt. Es ist ein Zitat aus dem Jugendklassiker „Momo“ von Michael Ende. Und ich hörte es letzte Woche von Marion Miketta von Mercker & Miketta, die die Methode des eigenständigen Denkens in die Welt trägt. Ja, du hast richtig gelesen: Es gibt eine Methode, welche die Fähigkeit des eigenständigen Denkens unterstützt. Diese Methode heisst „Time to think“ und ich erfahre immer mehr die Tragweite und Bedeutsamkeit des eigenständigen Denkens in einer schnellen und überwiegend kognitiv gesteuerten Welt.

Das Zitat ist folgendes:

„Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie sass nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren grossen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten. (…)

Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal genau wussten, was sie wollten. (…) und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz und gar verfehlt und bedeutungslos (…) – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.“

Und so wie die kleine Momo, möchte auch ich zuhören und das Gefühl schenken, gesehen zu werden. Denn wirklich! – Wir sind mehr als unser Gedankenfirlefanz.

Karolin