Es war ein warmer Sommertag als ich die Kirche St. Jakob am Stauffacher in Zürich betrat. Das mache ich manchmal. Ich mag die Stille von Kirchen, denn sie absorbiert die Hektik der Aussenwelt wie eine “Seifenblase”. Ich spazierte in das Kirchenschiff und fand mich in einer Fotoausstellung wieder als folgender Spruch meine Aufmerksamkeit erregte.

“Die Entwurzelung ist bei weitem die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft.

Wer entwurzelt ist, entwurzelt. 

Wer verwurzelt ist, entwurzelt nicht.

Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.”

Simone Weil

Es ist nun 3 Jahre her seitdem ich diesen Spruch entdeckt habe (oder er mich)? Seither umgibt er mich. Er hängt im Flur unserer Wohnung. Nicht vordergründig, sondern fein und leise begleitet er mich. Fast flüsternd zeigt er mir immer wieder, wie wichtig unsere Verwurzelung ist. Die Verwurzelung mit dem eigenen Leben, so wie es mir die Bäume (siehe Blogpost #2) auch schon gelehrt haben. Der Spruch ist ein Auszug aus dem gleichnamigen Buch von Simone Weil und stammt aus der Zeit des 2.Weltkrieges. Und auch heute ist die Thematik für mich durch unseren komplexen Lebensstil gegenwärtiger denn je.

Ein Spruch als Inspiration zum Nachdenken und zum Hinterfragen der gegenwärtigen Lebenssituation.

Viel Spass damit.

Karolin